"Best Practise"


"Best Practise" - ausgewählte medienpädagogische Projekte

Die Projekte von W + M 2000 sind so vielfältig wie spannend. Von der Hörförderung im Vorschulalter über die journalistische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen bis hin zum Internetkurs für Senioren. Kernziel ist es immer, mit Medien Lust auf Lernen zu machen und die Medienkompetenz zu stärken. Ob lehrplanorientiert oder in freier Form. Die nachfolgenden Beispiele sind eine kleine Auswahl aktueller Projekte.

- „Ich höre was, was du nicht hörst“ – Medienkompetenz für Vorschüler

- Audioguide "Ohrenzeuge II" - akustischer Museumsführer

- Wirmachenmit(a)sachsen.de - Initiative zum Superwahljahr

- Audire, das akustische Amtsblatt

- www.sachsensbeste.de – Medienkompetenz für die Generation 60plus

- Geo-Caching zur friedlichen Revolution ´89

„Ich höre was, was du nicht hörst“ – Medienkompetenz für Vorschüler

Hinter dem Titel „Ich höre was, was du nicht hörst“ steckt eine Initiative zur Stärkung der Medienkompetenz von Vorschulkindern. Getreu dem Thema stand der Hörsinn im Mittelpunkt. So beschäftigten sich die Kinder intensiv mit Geräuschen und Musik: vom genauen Hinhören bis zum Nachmachen und Aufnehmen verschiedener Geräusche und Töne.

Im Rahmen des Projektes sollten ganz gezielt Regionen angesprochen werden, in denen medienpädagogische Projekte bislang nicht in großer Zahl durchgeführt wurden. Aus vielen Bewerbern wurden jeweils eine Kita in Hoyerswerda, im Erzgebirge, im Vogtland und in Eilenburg ausgewählt. Im Laufe des Projektes entwickelten und produzierten die Kinder ihre komplett eigenen Hörgeschichten. Höhepunkt waren unter anderem der Besuch des Geräuschemachers Jörg Klinkenberg aus Berlin (u.a. „Tatort“) sowie die Exkursion in ein echtes Radiostudio. Das medienpädagogische Projekt ermöglichte es den Kindern, erste Erfahrungen im Umgang mit Medien zu sammeln und sich kreativ mit ihnen auszudrücken.

Unterstützt wurden die Kita-Gruppen dabei von den fachlich versierten Dozenten der W + M 2000 GmbH sowie von den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen. Die Projektlaufzeit betrug ca. 6 Monate. „Ich höre was, was du nicht hörst" wurde von der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) gefördert.


Eines der Projektergebnisse hören Sie hier: Die Reise ins menschliche Ohr
Ausgewählter Presseartikel: Leipziger Volkszeitung


Audioguide Ohrenzeuge II - akustischer Museumsführer

„Ohrenzeuge II“ ist ein mobiler akustischer Museumsführer für Blinde und Sehbehinderte durch das Robert-Schumann-Haus in Zwickau. Der Audioguide ermöglicht Blinden und Sehschwachen einen spannenden Besuch des Museums, der national und international bedeutendsten Archiv- und Forschungsstätte rund um den großen deutschen Komponisten. Entstanden ist er in einem Kooperationsprojekt des von W + M 2000 betriebenen SAEK Zwickau mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Zwickau e.V., dem Robert-Schumann-Haus sowie einer Schülergruppe des Clara-Wieck-Gymnasiums.

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Ziel des Projektes war es, junge Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen, die sich zum einen aktiv mit Medien beschäftigen und zum anderen ein Produkt schaffen, das vielen zugute kommt. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Robert Schumanns und entsprechenden Recherchen im Robert- Schumann-Haus mussten sich die Schüler aktiv mit dem Thema Sehbehinderung beschäftigen. Nach der Vermittlung journalistischer und technischer Grundlagen fertigten sie ein Storyboard. Der entstandene auditive Museumsführer stattet Blinde und Sehbehinderte mit den wichtigsten Informationen aus und führt durch die Ausstellung bzw. das gesamte Gebäude. Es folgten die Aufnahme der Texte im SAEK-Studio sowie die Produktion der Führung am digitalen Schnittplatz unter Verwendung der eingesprochenen Texte, Musik und Geräusche. 

Unterstützt wurde das Projekt auch von der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau mbH (GGZ). Das kommunale Wohnungsunternehmen förderte die Technikanschaffung und ermöglichte den Kauf der MP3-Player für die Audioführung. Der „Ohrenzeuge II“ wurde mit dem 2. Preis beim Innovationspreis Weiterbildung 2007 bedacht und gewann den 1. Preis bei der Preisverleihung zum Medienpädagogischen Preis der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) und des Kultusministeriums.


Wirmachenmit(a)sachsen.de – Initiative zum Superwahljahr

Ziel des Projektes war es, junge Menschen in Sachsen über die aktive Gestaltung von eigenen medialen Beiträgen Medienkompetenz zu vermitteln und sie frühzeitig an die Themen Politik/Wahlen und somit an demokratische Entscheidungsprozesse heranführen. Über die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema sollte den Jugendlichen eine neue, spannende Möglichkeit aufgezeigt werden, sich mit Politik zu beschäftigen. Das Projekt fand sachsenweit in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung statt.

Neben politischem Basiswissen wurden den Teilnehmern journalistische und technische Grundlagen vermittelt und sie konnten sich für eine Form der praktischen Umsetzung entscheiden. Dabei entstanden unter anderem zahlreiche Walwerbespots für fiktive Parteien, Porträts über den „perfekten“ Kandidaten, Interviews sowie Blogs und Podcasts über die Darstellung von Politik im Web 2.0. Die Teilnehmer setzten sich dabei mit den ganz eigenen Wirkungsmechanismen von Wahlwerbung und politischer Kommunikation auseinander.

Einer der Höhepunkte des Projektes fand Anfang 2010 in Dresden statt. Dabei hatten Jugendliche aus Leipzig und Görlitz die Möglichkeit, den Sächsischen Staatsminister für Kultus und Sport, Prof. Dr. Roland Wöller, einen Tag lang zu begleiten.

Die Abschlussveranstaltung des Projektes Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. fand im Sächsischen Landtag statt. Dieser Veranstaltungsort bildete den perfekten Rahmen, um das Thema Politik und Web 2.0 in Form von Workshops und einer Podiumsrunde zu diskutieren. Schirmherr der Veranstaltung war Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler. An Workshops, Podium und Preisverleihung nahmen knapp 100 meist jugendliche Interessenten teil. Als Referenten konnten neben der Journalistin Eleni Klotsikas, die sich intensiv mit dem amerikanischen und deutschen Online-Wahlkampf auseinander gesetzt hat, auch die Landtagsabgeordneten Sabine Friedel (SPD) und Patrick Schreiber (CDU) gewonnen werden. Im Podium diskutierte zudem Julia Karnahl von der Jugendzeitschrift „SPIESSER“ mit.


- themen und frequenzen: "Ein Tag mit dem Minister"
- www.saek.de/superwahljahr


Audire, das akustische Amtsblatt

Schüler    des    Christoph-Graupner-Gymnasiums    Kirchberg produzieren eine akustische Version des Amtsblattes des Landkreises Zwickau. „Audire“ (lat. für „anhören“ bzw. „zuhören“) bietet blinden und sehbehinderten Menschen die Möglichkeit, wichtige regionale Themen und Informationen selbstständig und unabhängig abrufen zu können. „Audire“ erscheint parallel zur monatlich gedruckten Ausgabe des Amtsblattes als Audio-CD und im Internet. Es wird im Rahmen eines medienpädagogischen Projektes in Zusammenarbeit mit dem SAEK Zwickau produziert. Somit fördert „Audire“ die Medienkompetenz der Schüler durch aktive Medienarbeit. Die Gymnasiasten erlernten in der Vorbereitung grundlegende journalistische und technische Fertigkeiten im Hörfunkbereich. Besonders wichtig ist hierbei die Fähigkeit, die Originaltexte des Amtsblattes zu analysieren, zu verstehen und letztendlich für das Hören aufzubereiten. Auch das Einsprechen der Texte unter Beachtung der richtigen Betonung sowie das Schneiden der einzelnen Beiträge gehören zu den Aufgaben der zehn Gymnasiasten. Die Rubrik „Ortsvorstellung“ wird im akustischen Amtsblatt beispielsweise als Interview mit dem jeweiligen Bürgermeister umgesetzt und lockert die amtlichen Informationen zusätzlich auf. Das Projekt wird in wöchentlichen Treffen unter Anleitung des SAEK Zwickau umgesetzt.



www.sachsensbeste.de – Medienkompetenz für die Generation 60plus

Unter dem Titel "www.sachsensbeste.de - Medienkompetenz für die Generation 60plus" haben über 200 Seniorinnen und Senioren aus ganz Sachsen seit Januar 2010 in den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen (SAEK) das Internet erobert. In insgesamt zwölf Kursen mit jeweils 40 Stunden wurden E-Mails geschrieben, Profile auf Web 2.0-Plattformen angelegt, Fotos ins Netz gestellt und über google, wikipedia und die Potenziale des Internets diskutiert - von Zwickau über Leipzig, Dresden, Chemnitz bis nach Görlitz.

Ziel der vom SAEK-Förderwerk unterstützten Initiative war es, die Partizipation älterer Menschen an der modernen Wissensgesellschaft zu befördern. Sie sollten Impulse erhalten, mit Mut und Neugier in die digitale Welt aufzubrechen.


Geo-Caching zur friedlichen Revolution ´89

Gemeinsam mit dem von W + M 2000 betriebenen Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal in Zwickau begaben sich Schüler des Peter-Breuer-Gymnasiums auf eine Reise in die Vergangenheit, um regionale Geschehnisse der friedlichen Revolution 1989 hörbar zu machen. Ausgangspunkt des Projektes war die Arbeit des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau. Aus Anlass des 20. Jahrestages initiierte es den „Weg der Friedlichen Revolution".
Dazu wurden unter anderem in Zwickau an 15 Stationen Erinnerungstafeln angebracht. Diese verbinden nun Orte, an denen 1989/1990 besondere Aktionen und Ereignisse stattfanden und ehren den Mut der Bürger im Wendeherbst und rufen zu mehr Zivilcourage in    der    heutigen    Zeit    auf.

Im Projekt „AUDIOTRACK.Z" wurden in Kooperation mit dem Alter Gasometer e.V. zu jeder einzelnen Station in Zwickau Beiträge produziert. Darin gibt es dann unter anderem Originalaufnahmen von damals und Interviews mit Pfarrern und anderen Zeitzeugen zu hören.

Die Beiträge können als MP3 im Internet nebst GPS-Koordinaten der Plätze heruntergeladen werden. Mittels GPS-System gibt es dann die Möglichkeit auf "Schnitzeljagd" zu gehen und viele interessante Infos über die Wendezeit in Zwickau zu erfahren. Das fertige Produkt kann von beliebigen Zielgruppen, insbesondere aber von anderen Schulen, langfristig für eigene Projekte genutzt werden. Durch den Einsatz neuer Medien wird Jugendlichen ein ansprechender Zugang zum Thema ermöglicht.



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