Smartphones - Alleskönner, Alleswisser - alles ist möglich

Das Smartphone hat sich zu DEM Alltagsmedium etabliert. Es nimmt den obersten Stellenwert bei Jugendlichen ein. Bei all den Funktionen, die das Gerät bietet, eröffnen sich jedoch nicht nur Möglichkeiten, kreativ, schnell und einfach am (digitalen) Leben teilzunehmen, sondern auch Risiken, denen sich die Jugendlichen häufig (noch) nicht bewusst sind.

Jugendliche

Diesen Monat brachte der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) zum zwanzigsten Mal die JIM-Studie - Jugend, Information, (Multi-)Media - heraus. Diese repräsentative Studie beschäftigt sich mit dem Medienumgang der 12- bis 19-jährigen in Deutschland. An der Befragung nahmen 1200 Jugendliche teil.

Den rasanten technischen (Weiter-)Entwicklungen ist es zu verdanken, dass mittlerweile knapp jeder Haushalt mit einem Smartphone, PC/Laptop, Internetzugang und Fernseher ausgestattet ist. Vor allem beim Besitz eines Mobiltelefons ließ sich ein steiler Zuwachs verzeichnen. Während 2010 nur 14 % der Jugendlichen ein eigens Smartphone besaßen, können 2017 fast alle Jugendlichen (97%) ein Smartphone ihr Eigen nennen. Im täglichen Mediengebrauch spielt das Gerät für 93% der Befragten eine bedeutende Rolle. Der Stellenwert des Smartphones wird bei der Betrachtung des beliebtesten Medieneinsatzes zum Surfen deutlich. Vier von Fünf Jugendlichen gehen hauptsächlich mit dem Smartphone online. Zu den wichtigsten Apps gehören die Messenger- und Microblog-Apps WhatsApp, Instagram und Snapchat. Kommunikation und Selbstinszenierung sind und bleiben also ein wesentlicher Bestandteil der Mediennutzung Jugendlicher.

Der stets mögliche Austausch und das leichte Erstellen, Senden und Empfangen von Bild-, Video- und Audiodateien setzen jedoch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien und ihren Inhalten voraus. Schnell lassen sich Dateien mittels einfacher Apps und Filter bearbeiten und verfremden und so falsche und/oder beleidigende Nachrichten verbreiten. Jeder vierte 16-17-jährige musste bereits falsche/beleidigende Inhalte über sich lesen. 37 % aller Jugendlichen haben bereits erlebt, dass jemand im Bekanntenkreis gezielt zum Opfer von Cyber-Mobbing wurde.

Neben der Möglichkeit gezielt verfremdete/beleidigende Meldungen zu verbreiten, hat die Kommunikation via Messenger einen weiteren negativen Nebeneffekt. Jugendliche versenden und teilen Bilder und Videos gedankenlos und leichtfertig. Den Gefahren und Risiken, die das Veröffentlichen privater Bilder und die damit verbundene Datenherausgabe birgt, sind sich viele nicht bewusst. Vor allem durch die "Story-Funktion", die Snapchat und Instagram bieten, irren viele in dem Glauben, ihre Bilder/Videos sind nach der einmaligen Veröffentlichung dauerhaft wieder gelöscht. (Von einem Bewusstsein über abgetretene Rechte an den Inhalten ganz zu schweigen) .

Desweiteren mangelt es an Aufklärung über Persönlichkeits- und Urheberrechte. Bereits das ungefragte Versenden/Teilen von Fotos einer Person stellt, neben der moralisch und ethischen Verwerflichkeit, eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar. Aufgrund der alltäglich, regelmäßigen Smartphone-Nutzung und der Zunahme von derart begründeten Mobbing-Fällen (z.B. in Klassenchats auf WhatsApp) sprechen viele Schulen ein Handyverbot während der Unterrichts- und Pausenzeiten aus.

Eine solche Regelung beugt jedoch nicht dem eigentlichen Problem vor. Vielmehr sind die Schulen hier angehalten, sich medienpädagogische Unterstützung zu holen und im Anschluss nachhaltig selbstständig die Thematik in Projekten und im Unterricht aufzugreifen, die Schüler regelmäßig aufzuklären und zu "updaten".

Eine aktive Nutzung des Smartphones in der Schule ermöglicht es zudem, den Anwendungshorizont hinsichtlich der Geräte bei den Schülern zu erweitern. Elektronische Medien werden im Unterricht leider noch immer stiefmütterlich behandelt (dazu siehe auch JIM-Studie 2017, S. 52 ff.). Die Nutzung des Smartphones als "Lernmedium" bietet viele Chancen, den Unterricht interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Die Schulen würden damit einen Schritt weiter auf die Lebenswelt und Interessen der Schüler eingehen.

Link zur JIM-Studie 2017

 
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Aktuelle Kurzmeldung
06 Juli 2018

Klicksafe-Lehrerhandbuch:

http://www.klicksafe.de/service/schule-und-unterricht/lehrerhandbuch/




Monatsthema Juni
06 Juli 2018

Sieh’s mal einfach! – Erklärvideos in der Medienpädagogik





Linktipp
06 Juli 2018

Best Practise - Heft #2 | Medien + Schule als E-Paper

http://www.saek.de/epaper-SAEK_Best-Practice_2/index.html



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