Kinder in der digitalen Welt

Ob am Tablet, Smartphone oder Laptop, fast die Hälfte der 6- bis 8-Jährigen sind bereits online unterwegs. Online-Spiele und Recherche für die Schule zählen zu den häufigsten Tätigkeiten der Grundschüler im Internet. Aber ist das wirklich alles, was Kinder im Internet machen? Sollten Eltern ihre Kinder unterstützen und leiten, oder lernen Kinder allein sich in der Welt des World Wide Webs zurechtzufinden?

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat Ende Juni eine Studie zum Thema „Kinder in der digitalen Welt“ veröffentlicht. Diese beschäftigte sich mit 3- bis 8-Jährigen Kindern und der Sicht der Eltern zum Thema Internet und digitale Medien. Dadurch sollen Eltern auf ihre Fragen wissenschaftlich untermauerte Antworten bekommen und sowohl auf Chancen als auch auf Risiken hingewiesen werden.

Zentrale Befunde der Studie

Jedes zehnte dreijährige Kind ist bereits online unterwegs. Dabei handelt es sich nur selten um das direkte Surfen im Internet, sondern vielmehr um die Nutzung von Spiele-Apps auf dem Smartphone oder Tablet, welche meistens eine Internetverbindung brauchen. Oft können diese schon von Kindern ohne Lese- und Schreibfähigkeiten problemlos verwendet werden, denn die dafür verwendeten Symbole erkennen Kinder problemlos. Erst mit dem Schuleintritt und der damit erworbenen Lese- und Schreibfähigkeit lösen die Computer/Laptops die mobilen 'Spielkonsolen' als meistgenutztes Endgerät ab und das Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dabei sind schon zwischen Jungs und Mädchen gewisse Interessenunterschiede zu erkennen. Während die Jungs eher spielorientiert im Internet vorgehen, benutzen die Mädchen dieses gern zum Recherchieren von Informationen. Auch der Bildungsgrad der Eltern entscheidet oft darüber, ob die Kinder im Internet nur spielen oder dieses auch für Lernzwecke einsetzen. Hierbei spielt der Vorbildcharakter eine ganz wichtige Rolle, denn Kinder schauen sich sehr viel von ihren Eltern und Geschwistern ab. Das merkt man auch daran, wie sicher diese im Umgang mit digitalen Medien sind. Je selbstverständlicher Eltern mit digitalen Medien umgehen, desto sicherer sind auch ihre Kinder damit. Bis zum Schuleintritt sind Eltern die zentralen Ansprechpartner zum Thema Internet, werden jedoch von Freunden mit Beginn der Schulzeit langsam abgelöst.

Chancen und Risiken von digitalen Medien

„Das Internet ist eine große Gefahr für Kinder. Sie sind Werbung, Gewalt und Pornografie hilflos ausgesetzt.“ Diese Aussagen hört man oft, wenn es um das Thema Kinder und Internet geht. Doch mit dem Schuleintritt ist das Internet mittlerweile aus dem Kinderalltag gar nicht mehr wegzudenken. Veraltete Bücher wälzen um Informationen zu finden ist meist zu zeitaufwendig für Kinder oder gar nicht möglich, weil die entsprechende Fachliteratur im Haushalt fehlt. Also wird für das Suchen von Informationen oder Lösen von Hausaufgaben das Internet zurate gezogen, denn da gibt es ein großes Wissens- und Informationsangebot.

Auch Computerspiele bergen gewisse Chancen als Bildungsmedien. Einerseits bieten sie den Kindern Entspannung und Unterhaltung. Andererseits kann die Motivation für das Lernen mit qualitativ gut gemachten Lernspielen gesteigert werden. Gleichzeitig wird beim Spielen die kindliche Motorik und Konzentrationsfähigkeit geschult und weiterentwickelt. Die Vielzahl von Potenzialen, welche digitale Medien den Kindern bieten, lässt Eltern oft über die Risiken der Internetnutzung hinwegsehen.

Die Kinder lernen schnell, dass die App-Werbung nicht angeklickt werden soll und dass diese beim Spielen stört. Doch sobald sich Kinder frei im Internet bewegen, steigt die Gefahr auf kindergefährdende Inhalte zu stoßen. Soziale Netzwerke bringen ebenfalls neue Gefahren mit sich. Kinder können zumeist die Folgen von zu nachlässigem Umgang mit persönlichen Daten nicht abschätzen. Sie müssen erst lernen welche Inhalte öffentlich preisgeben werden können und welche eher für den engen Freundeskreis bestimmt sind. Durch unkontrollierte Kommunikation werden Kinder- und Jugendliche häufig Opfer von Mobbing. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern mit zunehmendem Alter ihre Kinder in der digitalen Welt nicht allein lassen. Ganz im Gegenteil, je älter die Kinder werden, desto wichtiger spielt das Thema Sicherheit im Netz eine Rolle.

Wie kann man Kinder im Internet schützen?

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat auf der Webseite www.surfen-ohne-risiko.net vielfältige Möglichkeiten zusammengefasst, wie man Kinder im Umgang mit digitalen Medien unterstützen kann. Außerdem werden kindgerechte Internetseiten und Suchmaschinen vorgestellt. Eine dieser Seiten ist www.blinde-kuh.de, eine Suchmaschine, welche zu geprüften Kinderseiten führt. Ob Musik, Spiele, Geschichten oder Tiere, für jedes Kind gibt es hier eine Rubrik zu entdecken. Doch woher weiß man, was gute Kinderseiten auszeichnet? Ein wichtiger Punkt ist die Werbefreiheit, aber auch Übersichtlichkeit und das Einhalten des Jugendschutzgesetzes gehören dazu. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern selbst einmal sich mit den Webseiten beschäftigen, bevor sie ihre Kinder heranlassen. Eltern sollten vor allem am Anfang ihre Kinder nicht selbstständig das Internet erkunden lassen, sondern mit ihnen gemeinsam surfen und alle Schritte besprechen. Somit lernen Kinder schon früh die Gefahren zu erkennen und sie zu umgehen. Auch wenn das Internet für manche Kinder längst kein Neuland mehr ist, sollten die Eltern immer wieder das Gespräch mit ihren Kindern über das Erlebte im Netz suchen.

Eine weitere Möglichkeit ihre Kinder vor Gefahren im Internet zu schützen ist das Einrichten eines kostenlosen KinderServers: www.kinderserver-info.de. Ist dieser erst einmal auf dem Gerät installiert und aktiviert, so können nur noch von dem KinderServer freigegebene und geprüfte Internetseiten aufgerufen werden.

 
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