Zweite miniKIM-Studie veröffentlicht

Mittlerweile sind Medien auch aus dem Alltag der Vorschüler nicht mehr wegzudenken. Welche Medien und wie diese von Kleinkindern genutzt werden, ist eine spannende Frage, die der Medienpädagogische Forschungsbund Südwest in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR), bereits zum zweiten Mal nachgegangen ist. Wie in der letzten Studie 2012, stand die Mediennutzung von Zwei- bis Fünfjährigen im Fokus der Forscher. Insgesamt wurden 623 Haupterzieher stellvertretend für Ihre Kinder zum Thema Mediennutzung und -konsum befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse der miniKIM-Studie 2014.

Die Zwei- bis Fünfjährigen können zu Hause auf ein breites Medienangebot zurückgreifen. Nahezu in allen Haushalten gibt es mindestens einen Fernseher, Handy/Smartphone, Laptop/Computer, Internetzugang sowie ein Radio. Im Vergleich zur Ersterhebung der miniKIM-Studie 2012 nahm die Anzahl von Smartphones und Tablet-PCs deutlich zu. Im Vergleich zur letzten Studie hat sich aber die Medienausstattung im Kinderzimmer kaum verändert. Kassettenrekorder, CD-Player und Radio sind hier am häufigsten vertreten.

Bei der Mediennutzungsdauer steht der Fernseher mit durchschnittlich 43 Minuten pro Tag an erster Stelle, gefolgt von (Bilder-)buch mit 26 und Radio mit 18 Minuten pro Tag. Während das Buch für Jüngere als Leitmedium fungiert, gewinnt das Fernsehen ab dem Alter von 4 Jahren immer mehr an Bedeutung. Wenn es um gemeinsame Mediennutzung von Eltern und Kindern geht, spielt das Buch die größte Rolle. Schon früh werden gemeinsam oder auch allein Bilderbücher angeschaut.

Während Computerspiele bei Zwei- bis Fünfjährigen so gut wie keine Rolle spielen, zählen schon ein Viertel der Vier- bis Fünfjährigen zu den Computerspielern. Vorschüler sitzen allerdings insgesamt noch sehr selten an tragbaren oder festen Spielkonsolen. Zur Computer- und Internetnutzung von Zwei- bis Fünfjährigen haben viele Eltern eine kritische Haltung. So sind knapp 90 Prozent der Haupterzieher ganz oder überwiegend der Meinung, dass das Internet gefährlich für Ihre Kinder sei. Deshalb sagen drei Viertel der Eltern, dass sie ihrem Kind die Internetnutzung nur mit einem speziellen Filterprogramm erlauben würden. Die Internetnutzung ohne Aufsicht erlauben nur 13 Prozent der Haupterzieher.

Die miniKIM nahm 2014 das Thema Tablet-PC genauer unter die Lupe. Wenn ein Tablet-PC im Haushalt vorhanden ist, benutzt ihn fast jedes fünfte Kind allein. Die gemeinsame Nutzung mir den Eltern findet bei einem Drittel statt. Dabei wird das Tablet hauptsächlich für das Spielen benutzt, jedoch auch zum anschauen von Fotos ,Videos oder zum Malen. Unabhängig davon ist die Hälfte aller Befragten der Meinung, dass ein Tablet-PC nichts für Kinder sei.

Medienerziehung bei den Eltern bleibt immer noch ein Randthema.

Die Medienerziehung rangiert bei den Interessenfeldern der Haupterzieher nach wie vor im Mittelfeld, auf Platz neun. Am wichtigsten sind den Eltern immer noch die Themen Erziehung, Erziehungsfragen sowie Liebe und Partnerschaft. Bemerkenswert ist, dass jeder vierte Haupterzieher seinen Wissensstand zum Thema „Kinder und Medien“ mit „weniger gut“ bewertet. Das Bildungsmilieu der Eltern spielt hier eine wichtige Rolle: Je niedriger, desto schlechter ist das gefühlte Wissen. Hier hat sich die Kluft im Vergleich zur miniKIM 2012 sogar etwas vergrößert. Die rasante mediale Entwicklung macht es den einen oder anderen Elternteil schwer den Durchblick zu behalten.

Unabhängig davon wünscht sich jeder Zweite gerne mehr Informationen zum Thema Medienerziehung. Den Wissensaustausch zwischen den Eltern schätzen die Befragten als besonders wertvoll ein. Gern werden jedoch auch die Erzieher im Kindergarten oder Krippe bei medienpädagogischen Fragen herangezogen. Dies zeigt, dass die Medienerziehung bereits im Kindergartenalter einen hohen Stellenwert besitzt. Daher sollten Erzieher mit medienpädagogischen Qualifikationen ausgestattet werden, um die Kinder langsam an die Funktions- und Wirkungsweise der verschiedenen Medien heran zu führen und Eltern bei Fragen beratend zur Seite stehen zu können. Umso wichtiger ist es, dass die Eltern selbst mehr Zeit in die Medienerziehung investieren und mehr Interesse für das Thema zeigen. Dies geschieht schon, wenn Eltern das Gesehen oder Gehörte gemeinsam mit den Kindern spielerisch auswerten. Dadurch lassen sich Kinder nicht nur von den Medien „berieseln“, sondern müssen die Inhalte kritisch hinterfragen. Nebenbei eignen sie sich so noch Wissen an und lernen wichtige Umgangsformen und Verhaltensregeln. Generell sei es wünschenswert, die Kinder mit den Medien nicht allein zu lassen. Vor allem beim Fernsehen oder beim Surfen im Internet müssen sie begleitet und unterstützt werden. Dadurch verringert sich die Gefahr des Kontakts mit bedenklichen und für sie ungeeigneten Inhalten.

"Mediennutzung in der frühen Kindheit" ist das Thema der diesjährigen Fachtagung des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Neben der Vorstellung der miniKIM 2014, werden am 14. Juli in Stuttgart zahlreiche praktische Beispiele für medienpädagogische Arbeit mit Kindern vorgestellt.

Pressemitteilung und Anmeldeformular für die Tagung

Pressemitteilung und Download der gesamten miniKIM-Studie 2014

 
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06 Juli 2018

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Monatsthema Juni
06 Juli 2018

Sieh’s mal einfach! – Erklärvideos in der Medienpädagogik





Linktipp
06 Juli 2018

Best Practise - Heft #2 | Medien + Schule als E-Paper

http://www.saek.de/epaper-SAEK_Best-Practice_2/index.html



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