Die Erweiterung der Realität

Informationen auf eine völlig neue Art und Weise genau dort präsentieren, wo sie auch benötigt werden: Die Augmented Reality Technologie gewinnt in den letzten Jahren stetig an Bedeutung.

Doch was ist Augmented Reality (AR) eigentlich? Welche Voraussetzungen benötigt man dafür und wo liegen die Einsatzmöglichkeiten?


Das Verschmelzen von physischer und virtueller Realität - Augmented Reality - wird auch als erweiterte Realität bezeichnet und ist eine Kombination aus wahrgenommener und vom Computer erzeugter Wirklichkeit. Hierbei geht es in erster Linie darum, dem Nutzer zusätzlich zu realen Sinneseindrücken weitere Informationen zu bieten. Diese sollen einen unmittelbaren Bezug zur persönlichen Wahrnehmung ermöglichen. Der Vorteil hierbei: Nutzer werden noch stärker eingebunden und eine stärkere Interaktion mit der Umgebung wird ermöglicht.

Wie funktioniert Augmented Reality?

Ein reales Objekt wird mittels Kamera im Smartphone oder Tablet erfasst und über einen so genannten "Tracker" erkannt. Mit Hilfe dieses Trackers werden dann die computergenerierten Zusatzobjekte auf dem Bildschirm eingeblendet. Die Kamera im Smartphone ist somit Sichtfenster und Schnittstelle zugleich. Informationen werden in das Videobild eingefügt bzw. überlagern es. Die Vermittlung der Informationen erfolgt in erster Linie über klassischer Medien- und Darstellungsformen: Videofilme, Audiobeiträge, Fotos oder Texte können verwendet werden.

Zur Erkennung der Umgebung und Verknüpfung mit der entsprechenden Animation wird jedoch zunächst eine Tracking-Software benötigt. Angeboten wird die Software beispielsweise in Form von so genannten AR-Browsern wie junaio. Dieser ist der wohl beliebteste Augmented Reality Browser vom Entwickler metaio GmbH, dort erforscht und entwickelt man den Bereich schon seit 1999.

Im Laufe der Entwicklung von AR sind verschiedene Browser entwickelt worden. Layar, junaio und aurasma gehören hierbei zu den bekanntesten Browsern und stehen meist kostenlos für Nutzer zur Verfügung.

Vorwiegend wird bei der Nutzung das Betriebssystem iOS und Android unterstützt. Windows Mobile, Symbian, Blackberry und andere Systeme können hingegen nur teilweise bedient werden und weisen noch zahlreiche Einschränkungen auf.

Formen: Geo- und markerbasierte Objekterkennung

Bei der Erkennung von Objekten unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Formen. Bestandteil ist hierbei ein sogenannter "Marker". Trackingmotive werden im Vorfeld definiert und über Marker- oder Bilderkennung vom AR Browser erkannt. Diese fixen Punkte lösen eine Aktion aus, beispielsweise wird mit Hilfe der Marker das virtuelle Objekt im Sichtfeld des Nutzers eingefügt. Dies muss besonders genau erfolgen, um eine realitätsnahe Illusion zu erschaffen. Wichtig hierbei ist, dass vorgegebene Motive Kontraste und scharfe Kanten haben, dies erleichtert das Tracking. Außerdem sollte beim Betrachten des Bildes auf Schatten oder zu starke Lichteinstrahlung geachtet werden. Wird der Marker erkannt, entsteht dann eine 3D- Szene. Diese wird vom ausgewählten AR-Browser aufgebaut und ausgerichtet. Das Objekt kann dann bewegt, gedreht und aus verschiedenen Perspektiven auf dem Bildschirm betrachtet werden.

Anders hingegen bei der geobasierenden Objekterkennung. Mittels GPS-Daten werden hier Inhalte an bestimmten Orten angezeigt. Aber auch eine Kombination aus beiden Formen ist mittlerweile möglich. Probleme treten dabei dann allerdings im Innenbereich oder geschlossenen Räumen auf.

Erste Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen

Bislang ist die Verwendung von AR für Unternehmen noch kein bedeutsames Thema. Allerdings kommen erste Anwendungen bei immer mehr Printmedien zum Einsatz. Dabei werden den Lesern zusätzliche Informationen, in Form von Fotos, Videos und Links zur gedruckten Ausgabe geliefert.

Ebenso wird in den letzten Jahren deutlich, dass AR ein neues Geschäftsfeld für Werbetreibende darstellt. Besonders hilfreich hierbei: reale und virtuelle Zusatzinformationen verschmelzen auf dem Display und führen zu einer Interaktion mit dem Kunden.

Im Bereich des Marketings gilt Augmented Reality als besonders effektiv und soll in Zukunft als nachhaltiges Marketinginstrument dienen. Erste AR-Anwendungen in diesem Bereich lieferte IKEA. Das schwedische Möbeleinrichtungshaus zauberte aus dem gedruckten Ikea-Katalog Sessel, Sofas oder Tische in die eigene Wohnung. Hierzu muss der Benutzer lediglich den Katalog flach auf den Fußboden legen und sein Smartphone darauf richten. Das ausgewählte Möbelstück erscheint dann an jener Stelle, wo der Katalog liegt.

Auch im Bereich der Industrie gewinnt Augmented Reality immer mehr an Bedeutung. Ziel ist es, Mitarbeiter mit Hilfe von Datenbanken und animierter Reparaturanleitungen zusätzlich zu unterstützen. Arbeitsprozesse sollen somit in Zukunft vereinfacht und effizienter werden.

Ein weiterer bedeutsamer Einsatzbereich liegt im Bereich des Edutainment. Digitale Erlebniswelten werden mit Hilfe von Augmented Reality Elementen erschaffen und ein höherer Lerneffekt erzielt. Hier wird Wissen anschaulich und auf innovative Art und Weise vermittelt.

Ebenso in der medienpädagogischen Arbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz von AR. Besonderer Beliebtheit erweist sich dabei die Entwicklung von so genannten Handyrallyes. Dabei lässt sich besonders der kreative Umgang mit Medien fördern. Bei Rallyes durch Städte und Gelände können an verschiedenen Stationen 3D-Objekte eingebunden sowie ortsbezogene Funktionen, wie GPS-Navigation oder QR-Codes genutzt werden.

Grenzen der AR-Technologie

Trotz der zahlreichen und stetigen Weiterentwicklungen steht die AR-Technologie immer noch am Anfang. Viele Geräte werden bei der Benutzung von AR an ihre Grenzen gebracht. Jedoch wird sich dies mit dem Aufkommen von leistungsstarken mobilen Endgeräten verbessern.
Es gibt dennoch immer mehr praxistaugliche Anwendungen und Augmented Reality dient schon jetzt als wirkungsvolles Instrument für Kundengewinnung aufgrund der Schaffung von Interaktivität und dem Erleben von Produkten. Allerdings wird Augmented Reality immer noch als eine Technologie der Zukunft angesehen und gilt als eine völlig neue Form der Mensch-Technik-Interaktion. Immer mehr Unternehmen haben die Vorteile von AR erkannt, nutzen diese aber immer noch zögerlich.

Die Kombination von Realem und Virtuellem ist ohne Zweifel ein emotionales Erlebnis und fördert die Aufmerksamkeit und aktive Teilnahme des Nutzers. Auch Experten sind sich sicher: In fünf bis zehn Jahren wird Augmented Reality in vielen Bereichen des Lebens Einsatz finden.

Surfing the Streets - Augmented Reality Handyrallye

Artikel von Michael Lange zum Einsatz von Augmented Reality in der Medienarbeit

 
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06 Juli 2018

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06 Juli 2018

Best Practise - Heft #2 | Medien + Schule als E-Paper

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