"Klassenzimmer der Zukunft" lässt Lehrer Erfahrungen mit neuer Technik sammeln

"Klassenzimmer der Zukunft" lässt Lehrer Erfahrungen mit neuer Technik sammeln

brad flickinger-flickingbrad.frlickr.comFoto: Brad Flickinger (flickingbrad-student_ipad_school-227-www.flickr.com)

Medienkompetenz und individuelles Lernen rücken verstärkt in den Unterrichtsfokus.

Ob Bluetooth im Klassenzimmer, digitale Schulbücher, Lern-Apps, Tablets oder gar 3-D-Drucker − dank des technischen Fortschritts kann der Schulunterricht immer vielfältiger gestaltet werden. Gleichzeitig müssen Lehrer bisherige Lern- und Lehrmethoden neu überdenken und entsprechende Konzepte entwickeln. Um sie dabei zu unterstützten, hat das Kultusministerium gemeinsam mit dem Institut für Weiterbildung an der TU Chemnitz das Pilotprojekt "Klassenzimmer der Zukunft" ins Leben gerufen. In diesem modern ausgestatteten Raum können Lehrer ab sofort Erfahrungen mit der neuen Technik sammeln und sich ausprobieren. Somit sollen sie in Zukunft neben der Medienkompetenzvermittlung den Schüler verstärkt individuell beim Lernprozess begleiten können.

"Den Schülern muss neue Technik angeboten werden. Das erfordert doch schon das spätere Berufsleben", bekräftigt Anne-Susann Schaaf, Abteilungsleiterin für Qualitätssicherung in der Sächsischen Bildungsagentur in Chemnitz (SBAC) den Grundgedanken des Klassenzimmers der Zukunft. Doch gehe sie und ihre Kollegen dabei noch einen Schritt weiter: So sei es beispielsweise denkbar, perspektivisch die Trennung von Klassenzimmern und Informatikräumen aufzuheben, erklärt SBAC-Referent und ehemaliger Lehrer, Matthias Keil. Des Weiteren benutzen bereits Lehrer mit ihren Schülern 3-D-Labore der TU Chemnitz, um die Gerätebedienung in Werkstätten zu simulieren. Auch die Bindung zu Partnerunternehmen solle weiter ausgebaut werden, um Fachkräfte in die Schule zu holen oder Praktikumsplätze anzubieten, so Thomas Kurth, Leiter des Medienpädagogischen Zentrums in Chemnitz.

Darüber hinaus kann, laut Pressesprecher Lutz Steinert, anhand des Einsatzes von digitalen Tafeln beispielsweise in der Physik oder Biologie die Theorie besser veranschaulicht werden. „Alles jedoch als Mittel zum Zweck und nicht um der Technik selbst willen.“ Denn letztendlich sollen die Jungen und Mädchen auch etwas lernen und nicht nur unterhalten werden. Und an dieser Stelle komme nach wie vor der Lehrer ins Spiel. Denn im Gegensatz zu manch anderen Visionen eines Klassenzimmers der Zukunft solle die Technik bei diesem Pilotprojekt weder den Lehrer noch den Unterricht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. "Das A und O ist nach wie vor die Motivation", erklärt Thomas Kurth. Gelinge das nicht, sei die Technik auch nur Spaß und Spielerei. "Für so ein Klassenzimmer der Zukunft braucht man schließlich auch Schüler, die überhaupt etwas lernen wollen. Und genau diese Grundlage muss der Lehrer legen." Top ausgestattete Schulen müssen deswegen also nicht zwangsläufig effektiver sein, bekräftigt Matthias Keil.

Chancen und Risiken erlebbar machen

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Zumal die hiesige Idee des Klassenzimmers der Zukunft zeitnah nicht viel ändern werden kann. Denn ausschlaggebend für einen entsprechenden technischen Ausbau sei die Finanzlage der jeweiligen Kommunen, weist Anne-Susann Schaaf auf die aktuelle Situation hin. Es werde zwar bei allumfassenden Schulsanierungen die neue Technik berücksichtigt und entsprechende Leitungen o.ä. gelegt, "allerdings ist es ein enormer finanzieller Aufwand, diese Einrichtungen mit der neuesten Technik auch auszustatten. Erst recht, wenn parallel Turnhallen saniert oder Dächer repariert werden müssen", erklärt sie die prekäre Lage. Doch besitze beispielsweise das Berufsschulzentrum Chemnitz eine moderne technische Ausstattung, die ebenfalls von den Oberschulen aus der näheren Umgebung genutzt werden kann − eine breite Öffnung der Schulen in alle Richtungen, die neben den Neuen Medien auch eine Kooperation mit externen Partnern beinhaltet.

Mittels des Pilotprojektes können sich Lehrer mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten auseinandersetzen, um dann entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten. "Dazu müssen sie sowohl die Chancen als auch die Risiken kennen, um diese Medienkompetenz an ihre Schüler weiterzugeben", fasst Matthias Keil zusammen. Um die Lehrer bei dieser Verantwortung zu unterstützen, werden darüber hinaus zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten angeboten − zum Beispiel in den Medienpädagogischen Zentren, Berufsschulzentren, im Sächsischen Bildungsinstitut oder in den SAEK. Dabei werden unter anderem Grundlagen gelegt zu Themen wie Hörspielproduktion, Videoproduktion, Cybermobbing oder Medieneinsatz im Unterricht. Entsprechende Angebote werden seitens der Sächsischen Bildungsagentur koordiniert.

Infos zu den Fortbildungen in den SAEK gibt es auch unter www.saek.de.

 
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06 Juli 2018

Klicksafe-Lehrerhandbuch:

http://www.klicksafe.de/service/schule-und-unterricht/lehrerhandbuch/




Monatsthema Juni
06 Juli 2018

Sieh’s mal einfach! – Erklärvideos in der Medienpädagogik





Linktipp
06 Juli 2018

Best Practise - Heft #2 | Medien + Schule als E-Paper

http://www.saek.de/epaper-SAEK_Best-Practice_2/index.html



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