Jugend – Information – Medien

Monatsthema Februar 2014

Jugend – Information – Medien

Report des Forschungsprojektes Medienkonvergenz Monitoring zur Aneignung von Information durch 12- bis 19-jährige

Seit 2003 untersuchte das Forschungsteam Medienkonvergenz Monitoring an der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig unter Leitung von Professor Dr. Bernd Schorb, auf welche Art und Weise Jugendliche verschiedene digitale Medien nutzen. Welche medialen Inhalte für die jungen Menschen von besonderer Bedeutung sind und welchen Stellenwert die sogenannte konvergente Mediennutzung in deren Leben einnimmt, wurde anhand von quantitativen Onlinebefragungen sowie qualitativen Intensivinterviews mit Heranwachsenden zwischen 12 und 19 Jahren erforscht. Dabei informierten regelmäßig verschiedene Publikationen über die Ergebnisse der Langzeitstudie, die von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) gefördert wurde. Mit dem aktuellen Report von Dezember 2013 zur Aneignung von Information ist das Forschungsprojekt nun abgeschlossen.


Jugend in der Informationsgesellschaft

Das Internet ist ein unendlicher Datenpool, der Zugriff darauf erfolgt dank kontinuierlich optimierter Technik immer schneller, unabhängig von Ort und Zeit. Doch wie nutzen Jugendliche das Internet tatsächlich? Bereits in der Veröffentlichung „Klangraum Internet“ des Forschungsprojektes Medienkonvergenz Monitoring wurde deutlich, dass die informationsorientierte Nutzung mobiler Endgeräte im Vordergrund steht. Wie die Auswertung der Befragungsdaten im Report „Jugend – Information – Medien“ ergab, erachten die 12- bis 19-jährigen in erster Linie Medienthemen als wichtig. Zukunftsplanung, Ausbildung und Beruf sowie politische oder gesellschaftlich relevante Themen folgen darauf. Bewertung und tatsächliche Auseinandersetzung mit diesen Themen können jedoch divergieren. Vielmehr stehen Informationen zur eigenen Lebenswelt im Fokus ihrer medialen Beschäftigung. Diese umfassen neben persönlichen Interessen, wie zum Beispiel dem Freizeitbereich, auch Recherchen für die Schule. Bei der Informationssuche ist das Internet für Jugendliche die zentrale Anlaufstelle. Zeitungen, Zeitschriften und TV sind für sie jedoch nach wie vor von Bedeutung, während Büchern eine geringere Relevanz zukommt.

Facebook & Co als Kommunikationsraum der eigenen Lebenswelt

Soziale Online-Netzwerke stellen für die Jugendlichen ebenso wichtige Informationen bereit, wie die Suchmaschine Google. Diskussionsforen, Blogs und Twitter hingegen spielen kaum eine Rolle. Neben der Rezeption partizipieren zwei Drittel der Jugendlichen auch aktiv mit dem Schreiben eigener Beiträge, Kommentare oder Bewertungen, um ihre Freunde und Bekannten zu informieren. „Dies hängt auch damit zusammen, dass sie sich auf entsprechende informationsbezogene Tätigkeiten Reaktionen aus ihrem sozialen Nahraum erhoffen […]. Dies trifft in besonderem Maße auf Heranwachsende mit niedrigem Bildungshintergrund zu. Hier ist zu beobachten, dass sie das Internet als einen Raum wahrnehmen, in dem sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen und darüber die Aufmerksamkeit und Anerkennung anderer beziehen können. Gleichzeitig stellen diese Jugendlichen weniger Reflexionen hinsichtlich der Risiken der Veröffentlichung eigener Beiträge an.“ (Jünger, 89f).

Informationsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft

Die Autoren stellen fest, dass ein größeres Informationsangebot nicht zwangsläufig eine bessere Informiertheit oder verbesserte Partizipationsmöglichkeiten ebenso gehäufte Partizipation bedeuten (Kuttner/ Schorb, 122). So erfüllt Google auch bei den Jugendlichen eine Gatekeeper-Funktion. Oft werden nur die Suchergebnisse der ersten Seite angeklickt, der praktische Nutzen steht im Vordergrund. Diese Auswahl wird von den Heranwachsenden nicht hinterfragt. „Mit Blick auf die Recherchestrategien wird einmal mehr die enorme Informationsmacht des Anbieters deutlich. […] Bisher bieten allerdings nur äußerst wenige Interviews Hinweise darauf, dass seitens der Schule Anregungen gegeben werden, sich mit Google als Angebot kritisch-reflexiv auseinanderzusetzen oder auf alternative Suchhilfen zurückzugreifen (z. B. Datenbanken, Kataloge). Damit wird Wissen tendenziell zu dem, was Google als wissenswert vorgibt. […] Alle, die etwas wissen wollen, erfahren das Gleiche aus der gleichen Quelle.“ (Kuttner/ Schorb, 123).

Link zum Report:

Jugend – Information – Medien, 2013. Bernd Schorb (Hrsg.) Neuer Report des Forschungsprojektes Medienkonvergenz Monitoring zur Aneignung von Information durch 12- bis 19-Jährige

Informationen zum Forschungsprojekt Medienkonvergenz Monitoring


 
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06 Juli 2018

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