Facebook ist out?

Facebook ist out?

Das ergab jüngst wieder eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts PEW, die unter US-Amerikanischen Jugendlichen durchgeführt wurde. Einer der Gründe ist, dass immer mehr ältere Menschen dieses Soziale Netzwerk nutzen. Damit verliert Facebook seinen „Coolnessfaktor“. Ein Trend, von dem auch die 13-jährige Ruby Karp aus den USA in ihrem Artikel auf der Social-Media-Nachrichten-Website Mashable berichtet hat.

Foto: Social Media apps Jason A. Howie flickr.com Foto: Social Media apps - Jason A. Howie www.flickr.com

Die Entwicklung war bereits Anfang des Jahres abzusehen: Zwei Analysefirmen, Socialbakers und Quintly, haben im April Zahlen veröffentlicht, die gar einen Abwanderungstrend in Deutschland aufzeigten. So habe das Netzwerk in den ersten drei Monaten diesen Jahres mehr als 220.000 Nutzer unter 45 Jahren verloren. Gleichzeitig kamen fast 50.000 Neuanmeldungen der Über-45-Jährigen dazu. Ein Phänomen, das sich generell in Industrieländern, wie den USA und Großbritannien, beobachten lässt. Allerdings handelt es sich bei dem Schwund vorerst nur um die Zahl der täglich neu registrierten Mitglieder im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum.

Grund für diese Entwicklung sei die hohe Sättigung der Gesellschaft. Laut Prof. Dr. Stefan Bieletzke, Prodekan des Fachbereiches Medien an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), sind bereits mehr als ein Drittel der erwachsenen Deutschen Mitglied bei Facebook. Somit findet nur noch vor allem in der Gruppe der "Über-45-Jährigen" ein Nutzerwachstum statt, wie verschiedene Studien ergeben. Damit erhöht sich jedoch wiederum der Altersdurchschnitt − Facebook verliert immer mehr seinen „Coolnessfaktor“ für  Jugendliche. Hinzu kommt der Trend, dass viele Nutzer nur noch mobil auf das Netzwerk zugreifen. Dafür sind allerdings viele Facebook-Anwendungen von Fremdanbietern noch nicht ausgereift. Apps dagegen schon. Diese bieten den Nutzern im Vergleich mehr Privatsphäre und finden damit immer mehr Anklang. Aber auch die Netzwerke wandeln sich. So sind gerade in den USA zum Beispiel Instagram, eine Tochterfirma von Facebook, und Snapshot, bei dem es primär um das Teilen von Bildern geht, angesagt.

Währenddessen verlieren die reinen Sozialen Netzwerke zunehmend ihren Reiz. Welche Konsequenzen das mit sich bringen kann, hat Vert Capital bereits am eigenen Leib erfahren müssen: Im April 2012 hat mit SchülerVZ eines der ehemals größten deutschen sozialen Netzwerke geschlossen. Innerhalb von anderthalb Jahren gingen die Nutzerzahlen von rund fünf Millionen auf 200.000 zurück. Doch gibt sich das Unternehmen damit noch nicht geschlagen. Ein neues Angebot soll her. Dabei setzen die Betreiber mehr auf Lerninhalte und hoffen, ein Publikum ansprechen zu können, welches bei Facebook momentan offiziell noch ausgeschlossen ist: die Gruppe der unter 13-Jährigen. Was dagegen mit den Schwesternetzwerken StudiVZ und MeinVZ passiert, bleibt unklar. Sicher ist nur, dass auch diese massive Einbrüche in ihren Nutzerzahlen erlitten – zusammen fielen sie von zwölf auf 1,6 Millionen Nutzer. Somit bleibt Facebook trotz allem unangefochtener Marktführer und wächst − global gesehen − auch weiterhin, wie es die aktuellen Zahlen von allfacebook.de belegen.

Doch fällt dieses immer geringer aus. Zum Vergleich: Im Quartal 2012 gab es gegenüber dem ersten Quartal 5,65 Prozent mehr aktive Nutzer. Ein Jahr später waren es nur noch 3,9 Prozent. Sicherlich mag eine Sättigung der Gesellschaft dazu beitragen, dass die Zahl der aktiven Nutzer nicht weiter steigt. Doch sollten hierbei auch weitere Gründe in Betracht gezogen werden: Bei Facebook hat es in der Vergangenheit stetig Veränderungen gegeben, die sowohl auf die Privatsphäre als auch auf den Datenschutz der Nutzer Auswirkungen hatten. Um das Netzwerk adäquat zu nutzen, bedarf es zunehmend einer intensiven Auseinandersetzung mit etwaigen AGB’s oder Datenschutzrichtlinien. Gerade Kinder benötigen hierbei fachkompetente Unterstützung, um sich zurechtzufinden − erst Recht im Hinblick auf die geplante Verjüngung der Zielgruppe. Und diese Welle der Aufklärung hat längst begonnen, seien es medienpädagogische Projekte, Informationsmaterialien beispielsweise von Klicksafe oder Elternabende. Hinzu kommt, dass die novumbedingte Facebook-Euphorie nach und nach abschwächt. Das macht es wiederum neuen Produkten leichter, sich durchzusetzen, vor allem wenn dort mehr auf Privatsphäre geachtet wird. Dennoch muss auch in Zukunft der Blick hinter die Kulissen der Social Media Angebote  stetig gefördert werden. Die aktuelle Diskussion über die Sammlung und Verwertung von personenbezogenen Daten ist hier nur ein Aspekt, der in der medienpädagogischen Arbeit Beachtung finden sollte. In der Theorie und Praxis gilt es stets am Ball der medialen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu bleiben, jedoch ohne gewissen Medienhypes und -moden hinterher zu laufen.

Weiterführende Links:

http://mashable.com/2013/08/11/teens-facebook/

http://www.ahrens.de/?p=12865

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Statistik-Junge-Nutzer-wandern-ab-1834977.html

http://allfacebook.de/zahlen_fakten/quartalszahlen-facebook-deutlich-im-plus-mit-einem-neuem-rekordumsatz

http://www.socialmediastatistik.de/uberblick-aktuelle-zahlen-zu-facebook-twitter-und-instagram/#more-2150

 
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