Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche

Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche

Bundesfamilienministerium und GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) stellen Bericht zur Förderung von Medienkompetenz vor.


Digitale Medien sind immer stärker mit dem menschlichen Alltag verflochten. Das Smartphone ermöglicht jederzeit und an jedem Ort den Weg ins Internet, soziale Netzwerke bilden eine neue Form der Öffentlichkeit, viele Online-Services sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Kinder und Jugendlichen von heute wachsen als sogenannte „Digital Natives“ auf: sie nutzen ganz selbstverständlich eine digitale Technik, von deren Existenz die Generation zuvor noch nicht einmal wissen konnte. Doch während die Bedienung der Geräte den Heranwachsenden ganz besonders leicht fällt, bleiben die Inhalte für sie oft ein unsicheres Terrain. Schließlich reicht ein kompetenter Umgang mit Medien über deren Bedienung hinaus.

„Wissen, Bewerten und Handeln“, so bezeichnen die Experten Bernd Schorb und Ulrike Wagner die drei Dimensionen von Medienkompetenz. Als Mitautoren des Berichts „Medienkompetenzförderung für Kinder und Jugendliche. Eine Bestandsaufnahme“ vom 10. Juli 2013 fordern auch sie eine umfassende Begleitung bei der Entwicklung des souveränen Umgangs mit Medien, in den Familien selbst, aber auch in Kindertagesstätten, Schulen und in der außerschulischen Jugendarbeit.

Medienkompetenz schon ab der frühen Kindheit fördern

Während in der Familie ein erster Kontakt mit Medien stattfindet, vermittelt sie gleichzeitig „Lebensstile und Wertesysteme“, so der Medienpädagoge Bernward Hoffmann. Vor allem in Konflikten benötigen die Eltern umfassende medienpädagogische Unterstützung von außen, auch um Risiken selbst bewerten zu können. Von Vorteil bei den Beratungsangeboten sind in jedem Fall klare Altersangaben sowie ständig aktualisierte und auf die Zielgruppe angepasste Informationen. Die Umsetzung von Medienbildung und Medienerziehung in Kindertageseinrichtungen hingegen ist abhängig von den Bildungsplänen der jeweiligen Bundesländer. So fällt im sächsischen Bildungsplan die vorschulische Medienbildung in die Bereiche soziale, kommunikative, ästhetische und naturwissenschaftliche Bildung. Die Hervorhebung zum eigenständigen Bildungsbereich sowie ein bundesweit vernetztes Weiterbildungsangebot für Erzieherinnen und Erzieher gelten für den Autor Norbert Neuß als wichtige Grundlage in der Medienkompetenzförderung.

Schulen stehen in der Verantwortung

Vor allem der Institution Schule kommt eine tragende Rolle in der Vermittlung von Medienkompetenzen zu. Ein Schritt in die richtige Richtung konnte bereits in der Kultusministerkonferenz im Jahr 2012 gemacht werden: In Lehr- und Bildungsplänen, Lehrerbildung, Schulentwicklung, Ausstattung und technischem Support, Bildungsmedien, Urheberrecht und Datenschutz, hinsichtlich außerschulischer Kooperationspartner, Qualitätssicherung und Evaluation sollte Medienbildung „verankert und nachhaltig umgesetzt werden“, zitiert die Autorin Dorothee M. Meister die Erklärung der KMK (2012). Handlungsempfehlungen gab es schon zuvor, sowohl seitens der bundesweiten Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ (KBoM) als auch von der Fachgruppe Schule der GMK. Bestimmte Rahmenbedingungen bleiben für eine Umsetzung jedoch unerlässlich.

Auch in der außerschulischen Jugendarbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Förderung der Medienkompetenz, wie die Autorin Angela Tillmann betont. Anknüpfungspunkte seien hier vor allem die Interessensbereiche der Jugendlichen, die beispielweise ihr eigenes Engagement und verschiedene Partizipationsformen insbesondere mit dem Medium Internet ausprobieren können. Die strukturierte Qualifikation und Weiterbildung der Fachkräfte bleibt, genauso wie die Einbindung schwer erreichbarer Zielgruppen, jedoch auch in der außerschulischen Jugendarbeit noch immer eine Herausforderung.

www.medienkompetenzbericht.de

http://dialog-internet.de/

 
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06 Juli 2018

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Monatsthema Juni
06 Juli 2018

Sieh’s mal einfach! – Erklärvideos in der Medienpädagogik





Linktipp
06 Juli 2018

Best Practise - Heft #2 | Medien + Schule als E-Paper

http://www.saek.de/epaper-SAEK_Best-Practice_2/index.html



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