Monatsthema Mai: KIM Studie 2012

Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest (mpfs) veröffentlicht Basisdaten der Studienreihe KIM (Kinder + Medien, Computer + Internet) zur Mediennutzung von Kindern in Deutschland.

Der Kinder liebstes Kind ist der Fernseher. Das war schon bei der letzten KIM 2010 der Fall. Auch 2012 hat sich das nicht verändert, wie die repräsentative Befragung von 1.220 Kindern zwischen dem 29. Mai und dem 13. Juli 2012 ergab: „79 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen sehen jeden oder fast jeden Tag fern […]“ und knappe 60 Prozent können nicht mehr auf dieses Medium verzichten, heißt es in der Studie (KIM 2012, S. 73). Ein knappes Viertel der Kinder musste dabei jedoch auch schon die Erfahrung machen, dass bestimmte Inhalte ängstigen oder überfordern können.


Foto: antisocialtory, Some content may not be suitable for children, www.flickr.com

Nach Angaben der Haupterzieher verbringen die Kinder pro Tag im Durchschnitt 95 Minuten ihrer freien Zeit vor dem Fernseher. Das Internet nutzen sie 28 Minuten täglich. Zwei Jahre zuvor lag die Internetnutzung noch bei 24 Minuten. Der Trend ist also erkennbar. Mit durchschnittlich acht Jahren beginnen Kinder, das Internet zu nutzen. Vor allem ab einem Alter von zwölf Jahren wandelt sich das Mediennutzungsverhalten: Der Computer und das Internet werden immer wichtiger.

Steigende Bedeutung des Internets

Im Jahr 2012 surften 36 Prozent der Kinder (fast) täglich im Internet, 10 Prozent mehr als noch 2010. Über ein Drittel der Kinder darf dabei ins Netz, ohne die Erziehungsberechtigten vorher um Erlaubnis zu bitten. Auf die Frage, welche Seiten sie nutzten, wurden von den Kindern Suchmaschinen und Communities am häufigsten angegeben. Gleichauf in der Beliebtheitsskala liegen Filme, Videos und kurze Clips. Vor allem bei Mädchen ist Facebook eine gern besuchte Seite, was der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest kritisch sieht: „Nach den Nutzungsbedingungen des Unternehmens ist die Anmeldung prinzipiell erst ab 13 Jahren erlaubt. Zudem steht Facebook seit einiger Zeit hinsichtlich des Umgangs mit den persönlichen Daten der Nutzer stark in der Kritik“ (KIM 2012, S. 41).

Welche Konsequenzen sollen nun für die medienpädagogischen Praxis anhand dieser Zahlen gezogen werden. Der Studioleiter des SAEK Bautzen, Michael Ziesch sieht die Entwicklung differenziert: „Jede neue Technologie birgt neben ihren Möglichkeiten immer auch Gefahren. Der verantwortungsbewusste Umgang damit kann jedoch gelernt werden kann. Speziell in Bezug auf Facebook raten wir zu einer gesunden Skepsis, verbunden mit dem Hinweis, dennoch alles auszuprobieren, um den eigenen Nutzen für sich zu entdecken. Die Technologie ist das eine, was mit dem gesunden Menschenverstand daraus gemacht werden kann, ist das andere.“

Geschwindigkeit im WWW


Neben Facebook landete die Plattform SchülerVZ bei der Befragung in der Beliebtheit auf Platz zwei. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie, fast ein Jahr nach der Erhebung der Daten, gaben die Betreiber der Plattform bekannt, dass Schüler VZ seine Tore schließen wird – ein Zeichen für die Schnelligkeit des Wandels in der digitalen Welt. Parallel werden auch neue Geräte entwickelt und verbreitet. Hatten zum Erhebungszeitraum nur sieben Prozent der Kinder ein Smartphone, ist davon auszugehen, dass es schon in der nächsten Studie sehr viel mehr sein werden.

Den richtigen Umgang mit diesen Medien werden nach wie vor die Erziehungsberechtigten verantworten. Doch verunsichern lassen sollten sich Eltern davon nicht, denn Kinder bleiben  Kinder und deren liebste Freizeitbeschäftigung ist wie seit vielen Generationen das Treffen mit Freunden. Soziale Netzwerke und Handys dienen dabei vielmehr als Mittel zum Zweck: „Es ist nicht ein entweder oder, sondern es ist eine Integration. Das heißt, Smartphone und Handy dienen dazu, dass der Kontakt zu den gleichaltrigen Freundinnen und Freunden nie abreißt und gepflegt werden kann“, erklärt Dr. Ekkehard Sander vom Deutschen Jugendinstitut in München im Rahmen eines Radiointerviews für den SAEK Bautzen.

Ebenso interessant und beruhigend: Bei den Kleinkindern zählt das „Buch ansehen“ zum am häufigsten praktizierten Medienverhalten (2-3-jährige = 65 Prozent, 4-5-jährige = 88 Prozent). Die KIM-Studie 2012 hat hier erstmals Nutzungsdaten zu Vorschulkindern erhoben.

KIM Studie 2012 als PDF-Download

 
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