Aktuelles Thema: Spaßfaktor Cybermobbing

Johannes Kepler Universität Linz veröffentlicht Studie über Gewalt im Internet.

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Bedrohung als Zeitvertreib: Täter mobben aus Spaß an der Freude − auch im Internet. Das hat eine Studie des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität Linz ergeben. Aber auch die vermeintliche  Anonymität im Internet sowie die Konfrontationmit Gewalt und Aggression in den Medien tragen zur Entstehung von Willkür im Internet bei. "Drohungen oder Beschimpfungen gegenüber andere auszusprechen, fällt leichter, wenn man regelmäßig beim Medienkonsum mit gewalthaltigen und aggressionsbezogenen Inhalten konfrontiert wird", heißt es dazu in der 2013 veröffentlichten Studie "Cyberbullying im internationalen und lokalen Kontext. Hintergründe, Auswirkungen und Gegenstrategien eines gesellschaftlichen Phänomens".

Betreffen kann es jeden. Dennoch gibt es auslösende Effekte, die ein Opfer prädestinieren: "Wenn ein Jugendlicher zum Beispiel nicht dem Schönheitsideal entspricht oder mehr Körperfülle hat. Ebenso ist die Diskriminierung aufgrund der Sexualität ein großes Thema, das häufig auch vergessen wird", berichtet Jacqueline Hofmann. Die Sozialpädagogin bietet regelmäßig Beratungen und Schulungen zu Themen wie Gewaltprävention oder Aggression an und arbeitet dabei mit dem Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK) Chemnitz zusammen. Des Weiteren sind es soziale Minderheiten der Gesellschaft, die mit Angriffen von anderen Personen zu rechnen haben. Und das rund um die Uhr. "Das Cybermobbing endet eben nicht nach der Schule oder der Arbeit. Der Eingriff in das Privatleben findet somit ohne Pause statt", erklärt Susann Riedel, Studioleiterin des SAEK Chemnitz. Hinzu komme, dass das Publikum unüberschaubar groß sei. "Somit verbreiten sich die Inhalte extrem schnell. Und sobald sie online gestellt werden, lassen sie sich nur noch schwer kontrollieren", weist Susann Riedel auf die Gefahren von Cybermobbing hin. Plattformen dafür gibt es genug: Instant Messenger, Chatrooms und Soziale Netzwerke, wie Facebook. "Was einmal im Internet steht geht nicht wieder raus", weiß auch Jacqueline Hofmann. "Der wichtigste Faktor ist hierbei die Aufklärung. Kinder und Jugendliche sollten − bevor sie ein Profil anlegen − darüber informiert werden, worauf sie sich einlassen und dass man im Internet nicht alles angeben muss, was gefragt wird." Weiterhin seien die Profile so zu schützen, dass nicht jeder mitlesen kann.

Jacqueline Hofmann, www.elternarbeit-sachsen.deSusann Riedel, Studioleiterin des SAEK Chemnitz

Aufklären, sich selbst darüber informieren, beobachten was passiert − es ist zunehmend Aufgabe der Lehrer und der Eltern, Kindern den richtigen Umgang mit den neuen Medien beizubringen und sie zu schützen. Eine Aufgabe, die durch die Medienpädagogik unterstützt werden kann. Denn wie die Studie aus Linz weiterhin besagt, spiele die Vermittlung von Medienkompetenz eine zentrale Rolle. Ein Bewusstsein, dass sich bereits bei den VZ Netzwerken Ltd. verankert hat. Laut ihrer Arbeitsmappe beinhalte die Medienkompetenzvermittlung bei Cybermobbing unter anderem das "Kennenlernen der Besonderheiten von Online-Kommunikationsmöglichkeiten und Konsequenzen, die ein Missbrauch derselben haben kann" sowie das "Erlangen von Handlungskompetenzen in Form von Problemlösungsstrategien, sich sowohl in die Opfer-, als auch Täter_innenperspektive versetzen können und Gefühle und Verhalten begründen und reflektieren können".

Aber auch Facebook hat dieses Jahr eine Kampagne gegen Cybermobbing gestartet. Mit der Gruppe "Sei Mutig. Stopp Mobbing" wird den Nutzern seit Januar eine Plattform zur Verfügung gestellt, um sich über diese Problematik auszutauschen und gegenseitig zu helfen. "Wichtig ist den Kinder zu zeigen: Wir sind für euch da und ihr könnt euch an uns wenden", fasst Jacqueline Hofmann zusammen. Eine Anforderung, der auch die SAEK in ihrer medienpädagogischen Projektarbeit nachkommt und Lehrern und Eltern damit unterstützend zur Seite stehen.

Studie:

http://www.liqua.net/images/dokumente/cyb_cyberbullying_im_internationalen_und_lokalen_kontext_lva_endbericht.pdf

 
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06 Juli 2018

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http://www.klicksafe.de/service/schule-und-unterricht/lehrerhandbuch/




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06 Juli 2018

Sieh’s mal einfach! – Erklärvideos in der Medienpädagogik





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06 Juli 2018

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http://www.saek.de/epaper-SAEK_Best-Practice_2/index.html



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